Interview mit TRUE FACE am 25.1.2007

Spätestens seit dem 6. Dezember 2006 dürften TRUE FACE aus Haselünne zumindest allen SILBERMOND-Fans ein Begriff sein. Denn sie hatten die ehrenvolle Aufgabe, für die derzeit angesagteste deutschsprachige Rockband SILBERMOND in Lingen zu eröffnen. War natürlich klar, dass wir nach ihrem Auftritt sofort Kontakt zu ihnen aufnahmen und sie ins Studio einluden. Erfreulicherweise rückte die ganze Band zur Sendung am 25. Januar 2007 an und stand uns Rede und Antwort. Aber lest selbst:
Yvonne: Wir begrüßen heute die Band TRUE FACE im Studio. Bitte stellt euch einfach mal vor.
Peter Schlüwe
(Spitzname: peteR-die Red.): Ich bin der Peter, 18 Jahre alt, komme aus
Haselünne und bin der Drummer der Band.
Jens Fürstenberg (Spitzname: füRsti-die Red.): Ich bin Jens, der Sänger,
komme auch aus Haselünne, mache gerade meinen Zivildienst und bin 21 Jahre alt.
Matthias Schön (Spitzname: Schöni-die Red.): Ich bin Matthias an der
Gitarre und studiere Biologie in Bochum.
Matthias Brengen (Spitzname: Brengen-die Red.): Ich bin auch Matthias, 19
Jahre alt, bin der Bassist der Band und noch Schüler.
Kalli: Ihr habt euch auf die Aktion „lokale Vorgruppe“ der deutschen Band SILBERMOND beworben und seid von ihnen für den Auftritt in Lingen engagiert worden. Wie bekamt ihr diese Meldung und von wem?
Peter: Die Meldung bekamen wir von einer Angestellten der Produktionsfirma. Die E-Mail habe ich speziell bekommen. Da stand, dass sie sich freuen, dass wir uns beworben haben. Dass allgemein großes Interesse an dieser Vorgruppenaktion bestand und sie froh sind, dass sich sehr viele Bands aus ganz Deutschland und den Nachbarländern beworben hatten. Und dass wir aus über 50 Bands ausgesucht wurden, als Vorgruppe von SILBERMOND in Lingen zu spielen.
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Yvonne: Als dieser Termin für euch klar war, was war da bei euch los? Ausnahmezustand, Sonderurlaub, Nervenzusammenbruch? Matthias S.: Man könnte denken, Panik. Aber es war dann doch eher Vorfreude.
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Raphael: War der SILBERMOND-Auftritt der bisher Größte für euch?
Jens: Wir hatten ein bisschen Bühnenerfahrung auf kleinen Bühnen. Aber das war schon die größte Bühne, die wir je bestiegen haben.
Patrick: Wie bereitet man sich auf einen Gig vor etlichen tausend Fans vor?
Peter: Einfach proben, proben, proben! Wir haben sehr viel geprobt vor dem Auftritt und dabei verschiedene Sachen ausprobiert. Wir haben es sehr ernst genommen.
Yvonne: Wie fandet ihr den Auftritt in Lingen? Schließlich war der größte Teil des Publikums wegen SILBERMOND da und kannte keinen Song von euch.
Jens: Ich kann dazu sagen, das war total heftig, vor so vielen Leuten. Man stand auf der Bühne, sah die 2000 oder mehr Leute und dachte nur „Wow, heftig!“ Im zweiten Augenblick bekam man dann Angst, dass man nicht die ersten Lieder "versemmelt" oder SILBERMOND-oder „Buh!“-Rufe zu hören sind. Aber nein, die Fans haben uns sehr gut angenommen. Im Nachhinein bekamen wir auch ein gutes Feedback von den Fans.
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Kalli: Wir sind heute mit „Fading Away“ angefangen, ein Song, den wir im Dezember schon hatten und der kurze Zeit auch in unseren Charts geführt hat. Jens kündigte ihn im Konzert als mögliche Single an. Bestehen da konkrete Planungen? Peter: Konkrete Planungen gibt es bisher nicht. Matthias Brengen macht in diesem Jahr erstmal sein Abitur. Danach wird es dann wohl wieder etwas mehr. Aber konkrete Planungen für Veröffentlichungen gibt es erstmal nicht. Wir werden im März erstmal weiter am Album arbeiten und neue Songs schreiben. Großartige Auftritte werden aber erst einmal zurück gestellt.
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Raphael: Wart ihr schon auf anderen Konzerten als in Lingen?
Peter: Nein, das war unser erster Auftritt als Vorgruppe einer größeren Band.
Herr Glück: Du hast
gerade SILBERMOND angesprochen. Wie haben sie euch aufgenommen? Haben sie schon
Starallüren nach dem Motto „Setzt euch mal in die Ecke, ihr seid gleich dran.“
Oder wart ihr relativ gleichberechtigt als Band, die ein bisschen Spaß machen
soll vorher?
Jens: Gleichberechtigt würde ich eher
nicht sagen. Wir wurden schon super angenommen von ihnen. Aber sie standen eben
an oberster Stelle.
Peter: Verständlich, dass SILBERMOND die oberste Priorität hatte. Aber wie wir allgemein von der Crew aufgenommen wurden, war schon toll. Wir durften vorher einen Supersoundcheck machen. Die Männer am Mischpult, die ganze Crew und der Produktionsleiter waren super nett zu uns.
Matthias S.: Der Schlagzeuger führte uns am Anfang auch herum und half uns.
Matthias B.: Es war eine sehr lockere Atmosphäre, was natürlich gegen aufkommendes Lampenfieber geholfen hat. Wir kickerten vorher und ein schönes Essen gehabt. War nicht schlecht!
Herr Glück: Was mich sehr beeindruckt hat, dass der Schlagzeuger seine Vorband selbst angekündigt hat. Das habe ich selten erlebt. Das haben sie damals schon bei REVOLVERHELD und RED DAWN gemacht. Fand ich sehr gut. Wie habt ihr das empfunden?
Peter: Das war in gewisser Weise eine Ehre, dass er uns selbst angekündigt hat.
Matthias B.: Die Reaktion vom Publikum war dann auch dementsprechend. Das hat uns noch mal richtig eingeheizt.
Raphael: Wie seid ihr als Band zusammen gekommen?
Matthias B.: Das war eine ziemlich kuriose Geschichte. Unserem Gitarristen, Matthias, der vorher in einer anderen Band Bass gespielt hatte, wurde sein Verstärker gestohlen bei einem Auftritt in einer Schule. Er benötigte nun also einen neuen Bassverstärker. Da er zufällig wusste, dass Peter und ich zu einem Musikgeschäft fahren wollten, fragte er, ob er mit fahren könnte. Denn ich benötigte auch einen Bassverstärker. Wir entschieden uns lustigerweise für den Gleichen. Wir probten aus Jux in Peters Keller, wo auch heute noch unser Proberaum ist. Matthias spielte damals auch Gitarre. Später trafen wir uns wieder und spielten zunächst Coversongs. Irgendwann haben wir dann eigene Songs geschrieben Später kam „Fürsti“ dazu.
Patrick: Wie lange macht ihr schon Musik und wie lange schon als TRUE FACE?
Peter: Musik zusammen als TRUE FACE machen wir jetzt schon seit fünf Jahren. Ich machte schon immer Musik, eigentlich seit ich sitzen kann. Unterricht bekam ich mit acht oder neun Jahren.
Matthias S.: Ich spiele seit zehn Jahren, fing mit Klavier an und wechselte über Bass auf Gitarre. Ich hoffe, es werden weitere zehn und nochmals zehn Jahre dazukommen .
Jens: Ich mache seit 15 Jahren Musik. Ich begann mit Saxophon und Glockenspiel. Mit dem Singen fing ich in der Schule an, in der Jugendschola, wo Jungenstimmen gesucht wurden. Geflötet wird natürlich in allen Lebenslagen (wie meint er das jetzt?-die Red.)
Matthias B.: Ich kam relativ spät zur Musik. Da war ich zwölf Jahre alt. Ich fing auch gleich mit Bass an, bin dabei geblieben und habe sonst nichts Anderes gespielt.
Patrick: Wie verbringt ihr eure Freizeit?
Matthias S: Ich studiere ja Biologie und mache nebenher mit der Band Musik. Die Frage passt nicht so ganz. Da bleibt keine Freizeit.
Peter: Ich gehe noch zur Schule und habe daher noch relativ viel Freizeit. Ich spiele Tennis…, natürlich auch viel Musik.
Jens: Also, ich bin Zivi und habe dadurch eigentlich recht viel Freizeit. Ich belege seit fünf Jahren ein Ehrenamt im Jugendtreff. Da organisiere ich Konzerte. Nebenher spiele ich noch ein wenig Gitarre. Und was halt sonst freizeitmäßig so anliegt, z.B. Party machen!
Matthias B.: Ich habe jetzt demnächst etwas weniger Freizeit, weil es ja auf das Abitur zugeht. Ansonsten das Übliche, wie jeder Andere auch. Mit Freunden treffen, Rad fahren, Lernen und Musik.
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Kalli: Wie seid ihr auf euren Bandnamen TRUE FACE gekommen? Und was soll er aussagen? Matthias S.: Wir hatten wenige Namen zur Auswahl und entschieden uns für den, der uns am sympatischsten war. Peter: Etwas Spezielles aussagen soll er nicht.
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Yvonne: In eurem Info steht etwas von einem ersten Album mit dem Namen „Earth Stands Still“. Wieso hat man vorher davon noch nichts gehört?
Peter: Das Album war auf 300 Exemplare limitiert, die dann auch alle ausverkauft waren. Live haben wir bis auf einige Auftritte in der näheren Umgebung von Haselünne nicht ganz so oft gespielt. Sonst ist es hier in der Gegend immer schwierig, Locations zu finden, wo man spielen kann und wo auch mehr Leute sind, die einem zuhören.
Raphael: Für diesen Sommer kündigt ihr euer zweites Album an. Habt ihr dafür schon eine Plattenfirma gefunden?
Jens: Unser zweites Album ist für diesen Sommer auf jeden Fall in Planung. Im März geht es mit den Aufnahmen weiter. Wir haben etliche Kontakte geknüpft mit einigen Leuten von Plattenfirmen. Aber es kamen bisher noch keine Rückmeldungen.
Patrick: Soll der Albumtitel „My Star“ ein Seitenhieb auf die derzeit laufende DSDSS-Staffel sein? Und wie beurteilt ihr die Casting-Shows? Wäre das mal etwas für euch?
Peter: In der Bandinfo stand noch „My Star“. Der Name ist aber noch nicht ganz fest. Als Seitenhieb auf DSDSS kann man das nicht sehen. Davon ist es komplett unabhängig, weil wir auch einen Song haben, der „My Star“ heißt. Der gefällt uns und daher nahmen wir ihn erst als Vorentscheid für den Albumtitel.
Jens: Über die Casting-Shows können wir uns streiten. Da hat jeder eine andere Sichtweise.
Yvonne: Wann seid ihr live zu erleben? Was habt ihr als nächstes vor?
Peter: Wie gesagt lassen wir es in nächster Zeit etwas ruhiger angehen. Matthias Brengen macht sein Abitur. Schöni studiert und hat noch einige Klausuren. Erstmal werden wir ab März weiter am Album arbeiten. Da müssen ja nicht immer alle dabei sein. Und ab Sommer werden wir dann vielleicht auf einigen Open-Airs und bei anderen Auftritten zu sehen sein.

Interviewbearbeitung: Stephan Glück