Interview mit PRINZ PI am 19.10.2006

Im direkten Anschluss an unsere zweite Oktober-Sendung 2006 hatte Patrick ein knapp fünfminütiges Telefoninterview mit Hiphopper PRINZ PI aus Berlin. Das Gespräch fand in einer für den Musiker hektischen Zeit statt, da er erst kurz vorher den Vorlesungsplan für sein Studium bekommen hatte und sich daher frisch im Studenten-Stress befand. Das Ganze lief von PIs Seite aus über Handy und war von daher stellenweise schwer zu verstehen. Wir haben das Interview jetzt so gut wie möglich wieder gegeben, übernehmen aber keine Garantie für die 100%ige Richtigkeit der Aussagen.

Warum hast du deinen Namen von PRINZ PORNO in PRINZ PI geändert?

Die Frage habe ich jetzt schon 20.000 Mal beantwortet. Aber ich kann sie dir gerne noch mal beantworten: Weil es einfach nicht gepasst hat. Die Leute haben immer gedacht, es wäre so´ne Art Pornomucke (was bitte schön ist das?- die Red.). Aber das war es ja noch nie! Darum war früher in Interviews immer die Frage: "Wieso nennst du dich eigentlich so?" Es hat einfach nie richtig gepasst.


Dein aktuelles Doppelalbum heißt " Donnerwetter"? Was bedeutet der Titel für dich?

"Donnerwetter" ist halt immer das, was Sachen reinigt, die schwüle Luft wegmacht und dafür sorgt, dass wieder Pflanzen blühen. Wir haben sehr lange daran gearbeitet. Es ist eine ziemlich fette Packung, und dementsprechend halt auch ein ganz schönes Donnerwetter für den Hörer.


In welcher Beziehung stehen Cover und Titel zueinander?

Das Flugzeug fliegt durch einen Wolkenhimmel. Man erkennt das jetzt nicht so gut und sieht auch keine zuckenden Blitze. Man merkt, dass es über den Wolken brodelt. Und dieses Flugzeug fliegt herum und sorgt für Ordnung. So war´s gedacht!


Viele Lieder hast du zusammen mit einem gewissen "Taktloss" geschrieben? Wieso?

Nur ein Lied haben wir zusammen gemacht. Ich habe ihn gefeatured auf einem Lied, weil wir uns auf der Tour kennen gelernt haben. Ich kannte ihn vorher gar nicht. Hat sich so ergeben!


Die zweite CD deines neuen Albums trägt den Titel ,,Der Herr der Dinge". Hat das etwas mit dem Buch und Film "Herr der Ringe" zu tun? Der Titel lässt es vermuten.

Es ist nur eine offensichtliche Anspielung. Die Geschichte, die erzählt wird bei "Herr der Dinge", ist eine Geschichte im Mittelalter-Umfeld. Ich hätte jetzt auch Bezug nehmen können auf "Das schwarze Auge" und das Ding "Das rote Auge" nennen können. Es soll eigentlich nur auf dieses Mittelalter-Thema hinführen. Ist einfach nur ein Wortspiel.


Durch die vielen Effekte und Nebengeräusche (unter anderem Kutsche) klingt "Der Herr der Dinge" wie eine Art Soundtrack im Stile von 50 CENT. Hast du schon einmal daran gedacht, einen Film dazu zu machen.

Wenn wir das Geld hätten, würden wir es auf jeden Fall machen. Aber das geht leider nicht. Aber ich habe natürlich schon daran gedacht.


Wie bist du darauf gekommen, HIP HOP- Musik zu machen?

Einfach so, mit meinen Kumpels! Ich hatte da ehrlich gesagt keine besondere Motivation.


Was meinst du: Hat Hip-Hop in der Zukunft eine Chance?

Es ist auf jeden Fall die Musikart, die weltweit am meisten Hörer hat (ist das so?- die Red.). Aber es ist schwierig, das auch als intellektuell wertvolle Musik zu etablieren. Für viele ist es immer noch diese Angeber- und Proll-Musik. Dieses Bild haftet der Musik so ein bisschen an, was ja eigentlich gar nicht so stimmt. Es gibt zwar viele Leute, die so was machen, aber viele auch nicht.


Apropos Zukunft: Wie sind deine weiteren Pläne? Kann man dich live erleben?

Auf jeden Fall. Wir gehen Mitte Februar wahrscheinlich auf Tour. Und dann kommen auch schon wieder die nächsten Alben.

 

Interviewbearbeitung: Stephan Glück

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