Interview mit JOCCO ABENDROTH am 30.12.2004

JOCCO ABENDROTH

Havana

Während der ersten Stunde der Vor-Silvester-Sendung in den Weihnachtsferien führten Gerrit und Tobias im Nachbarstudio per Telefon ein Interview mit JOCCO ABENDROTH, das in der zweiten Stunde nahezu ungeschnitten über den Äther ging. Und los geht`s!!!


Z: Am Telefon begrüßen wir JOCCO ABENDROTH. Eine Frage vorweg: Ist JOCCO ABENDROTH dein Künstlername?

J: Nein. Es klingt verrückt, aber Abendroth ist mein Familienname. "Jocco" wurde ich schon als Zweijähriger genannt. Keiner kennt den anderen Namen. Und so steht`s auch in meinem Pass. Ich habe noch einen zweiten Namen, klar. Ansonsten ist es mein ganz normaler, gängiger Name.


Z: Wenn man deine CDs zurück verfolgt, fällt auf, dass du dich musikalisch stark weiterentwickelt hast. Am Anfang deiner Karriere steckte man dich in die einfache Schublade "deutschsprachige Rockmusik". Mal abgesehen von der Rocknummer "Zeitpiraten" verarbeitest du auf deiner neuen CD "Havana" sehr viele lateinamerikanische Einflüsse. Wie kam es dazu?

J: Als wir "Zeitpiraten", ein altes Stück, aufgenommen haben, fing ich an, nach Kuba zu fahren. So begann mein Interesse zu wachsen, ständig andere Rhythmen kennen zu lernen. Es war mittlerweile langweilig geworden. Ich fing an, mich immer tiefer in die Sache einzuarbeiten, in diese Latin-Musik in Havana, mit den Kubanern. Es ist einfach eine Entwicklung. Ich wollte etwas anderes machen.


Z: Hast du deswegen dein Album auch nach der kubanischen Hauptstadt benannt?

J: Havana ist ein Bild für mich. Ich habe viele Jahre dort gelebt, kenne viele Leute und habe viele Freunde dort. Es ist einfach ein Bild, das sehr vertraut ist. Es ist melancholisch, heiter und alles sehr musikalisch, eine ganz spezielle Atmosphäre, die ich einfach für das Album wollte! Ich habe versucht, musikalisch einzubauen und auszudrücken, was dort passiert und wer mir begegnet. Das Gefühl des Albums ist für mich Havana.


Z: Schreibst du deine Songs selbst oder lässt du komponieren?

J: Nein, nein, dazu habe ich keine Geduld.


Z: Du singst ausschließlich deutsche Lieder. Hast du es auch schon mal auf Englisch versucht?

J: Ja, ich habe bereits einige Sachen mit dem australischen Sänger Jimmy Barnes von COLD CHISEL aufgenommen. Auch auf dem neuen Album habe ich einige englische Sachen. Früher habe ich auch englische Texte geschrieben. Dann hat es sich so ergeben. Auch die Plattenfirmen wollten es immer gerne in Deutsch. Für mich ist das nicht so wichtig.


Z: Wo wir gerade dabei sind – Was hältst du von der viel diskutierten Deutsch-Quote im Radio?

J: Ich kenne mich da politisch sehr wenig aus. Ich mache eigentlich nur meine Musik. Und um den Rest kümmern sich die Anderen. Es geht wohl um eine Quote, die mindestens erfüllt sein muss, um deutsche Musik zu spielen. Es wäre schon gut, wenn deutsche Musik gespielt wird. Es sollte eigentlich alles gespielt werden.


Z: Das war auch die Meinung der meisten Schüler unserer Schule.
     Was waren deine größten Erfolge?

J: Ich würde sagen "Herzen müssen brennen" vom ersten Album. Das lief extrem viel. Es gab zwar auch auf den ersten drei Alben immer 2-3 Titel, mit denen mehr passiert ist...ja, ich würde sagen "Herzen...".


Z: Wie sieht`s aus mit Live-Konzerten? Und was sind deine nächsten Pläne?

J: Wir planen jetzt eine Tour. Wir werden ab März einige Konzerte spielen. Wir nehmen ab Januar aber auch das nächste Album auf, welches im September erscheinen wird. Darauf bereiten wir uns vor, arbeiten an Titeln, nehmen auf, u.s.w..

Z: Wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg!


Interviewbearbeitung: Gerrit Huesmann, Tobias Knopf

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