Interview mit den DONOTS am 21.7.2006
| Am 15. Juni 2006 hatten Maik und Gerrit ihre 25. Sendung. Zur Feier dieses kleinen Jubiläums erhielten sie vom Team je eine Karte für das "Stonerock-Festival" am 21. Juli in Bad Bentheim. Mit dabei war auch Vanessa. Sie und Maik führten weit vor dem Auftritt der DONOTS ein Interview mit Sänger Ingo und Bassist Jan-Dirk (kurz: Purgi). Statt fand das Ganze bei heißen Temperaturen im stickigen Catering-Zelt, was offensichtlich starken Einfluss auf die Gemütslage aller Beteiligten hatte. Tatsache ist: Selten führten wir ein so witziges, lockeres und entspanntes Interview, dessen Aussagen man allerdings nicht alle so "bierernst" nehmen sollte. Aber lest selbst. Und schaut euch die Band an, wenn sie im nächsten Jahr wieder sämtliche Bühnen des Landes unsicher machen. |
Vanessa: Von den DONOTS hört man in letzter Zeit extrem wenig. Wie kommt´s?
Ingo: Hat eigentlich den Grund, dass wir viel im Ausland unterwegs waren. Wir haben im Januar eine Tour von Lettland bis nach Ungarn gemacht. Jetzt im Sommer spielen wir nur ein paar Festivals. Ansonsten nehmen wir Demos auf und schreiben neue Songs, denn irgendwann muss ja eine neue Platte her. Aber zwischendurch kommen wir dann trotzdem noch mal nach Bad Bentheim. Ist auch schön und von Ibbenbüren nicht so weit entfernt.
Vanessa: Wann habt ihr angefangen mit Musik? Wie lange gibt´s euch schon?
Purgi: Wir sind angefangen Ende ´93. Hatten dann einen Wechsel am Schlagzeug und an der Gitarre. Seit jetzt fast zehn Jahren sind wir in dieser Besetzung zusammen. Die Band gibt´s damit seit 13, 14 Jahren.
Vanessa: Ihr kommt aus einer nicht so bekannten Stadt Ibbenbüren…
(Protest seitens der Musiker: Na, hör mal! Was soll das denn heißen? Ich
glaub´ ich spinne)… Sorry. Kennt halt nicht jeder! Wie habt ihr es
geschafft, aus dieser Stadt ins Musikbusiness einzusteigen.
Ingo (lacht herzhaft): Das ist echt eine super Frage!
Purgi: Das liegt einfach daran, dass die Stadt nun wirklich nicht so groß ist. Außer Musik zu machen oder zu verblöden, gibt´s da keine Möglichkeiten.
Ingo: Doch, Mofa fahren!
Purgi: Naja, das ist ja nahe am Verblöden, wenn man das 14 Jahre lang durchzieht. Deswegen haben wir uns für die Musik entschieden. Und das hat so geklappt, dass wir heute, 13 Jahre später, in Bad Bentheim in einem stickigen Zelt sitzen und Interviews geben.
Ingo: Ich bin heute nicht mit dem Mofa gekommen, habe aber einen Mofaführerschein gemacht.
Maik: Ich auch!
Ingo: Super! Das ist mein Mann! High Five (beide schlagen ein)!
Vanessa: Jetzt ist die Festivalsaison. Welche Auftritte mögt ihr lieber, die in den Clubs oder die unter freiem Himmel?
Ingo: Das ist so, als wenn du Äpfel und Birnen miteinander vergleichst. Ich finde Äpfel super, ich finde aber auch Birnen super. Aber alles zu seiner Zeit. Manchmal habe ich mehr Bock auf Äpfel, manchmal mehr auf Birnen; und manchmal mache ich mir einen ganzen Fruchtcocktail. Die Hälfte der Bühne ist dann überdacht. Die andere Hälfte ist Open-Air. Die Leute haben teilweise Regenschirme, teilweise müssen sie sich in der Erde eingraben. Clubkonzerte sind intimer. Und Festivals, wie "Rock am Ring" und diese riesengroßen Festivals, sind natürlich schon beeindruckend, wenn du nur Leute siehst, so weit du guckst.
Maik: Was war bisher euer größtes Erlebnis mit der Band?
Purgi: Gute Frage. Also, für mich ganz vorne dabei ist Japan. Die Japan-Tour war schon etwas Besonderes. Soweit weg von zu hause vor einer völlig anderen Kultur stehen; und 600 Japaner stehen da, drehen durch und singen die Texte mit. Das war schon beeindruckend.
Ingo: Ich find´s jetzt gerade total super, dieses Interview mit euch zu
haben. Das ist schon ziemlich nahe dran an dem, was ich mir immer so…
(Amüsiertes Gelächter von Vanessa und Maik)
Maik: Könnt ihr schon von der Musik leben?
Ingo: Wir müssen davon leben. Wir können nichts Anderes! Ihr habt euer Leben
noch vor euch. Werft es nicht weg! Werdet nicht Musiker! Das ist ganz schlimm!
Denn dann muss man immer in stickigen Zelten rumhängen und hoffen, dass der
Kühlschrank voll genug ist, damit man noch ein bisschen Tofu für die
vegetarische Familie zu hause mitbringen kann!
Ja, wir bestreiten davon unseren Lebensunterhalt. Aber ich habe bisher nur
zwei Hubschrauberlandeplätze neben meinen ganzen Lambourginis. So viel Geld
bleibt da nicht über!
Maik: Hattet ihr Auftritte während der WM? Wenn ja, waren überhaupt Leute da oder konntet ihr die Spiele verfolgen?
Purgi: War Belgien nicht während der WM? Oder war da spielfrei? Nein, da war England gegen…irgendwas. Es war ein sehr langweiliges, katastrophal langweiliges Spiel. Es war furchtbar! Aber zu unserer Spielzeit war kein Spiel. Deswegen war´s auch gut besucht! Und hat sehr viel Spaß gemacht! Nach uns traten in Belgien JULI auf. Die Sängerin brachte gleich als zweite Ansage: "Wir haben gerade WM in Deutschland. Es läuft alles so, wie wir uns das vorstellen!" Da gab es Riesen-Buh-Rufe von den Belgiern. Eine ungeschickte Ansage! Sonst hatten wir Glück, kein Auftritt während der WM!
Maik: Welche Bands habt ihr bisher kennen gelernt? Wen würdet ihr gerne kennen lernen? Mit wem würdet ihr gerne auftreten?
Ingo: Wir haben in den 13 Jahren sooo viele Bands kennen gelernt, die uns
irgendwie auch beeinflusst oder inspiriert haben. Die TOTEN HOSEN sind
mittlerweile gute Kumpels von uns, BAD RELIGION, all diese ganzen, großen
Ami-Bands, mit denen wir auf Tour waren. Natürlich auch deutsche Größen:
BLACKMAIL, SPORTFREUNDE STILLER… . Da gibt´s ne ganze Menge! Man trifft sich
sowieso immer zwanzig tausend mal. Denn es gibt ja nur so viele Konzerte und so
viele Festivals. Und da hängen ja immer die gleichen Leute rum.
Wir nehmen immer Schwerter mit, da man immer den Kühlschrank verteidigen
muss. Ganz besonders die SPORTFREUNDE STILLER sind ganz schlimm und "klauen"
einem das Bier.
Purgi: Und BLACKMAIL den Jägermeister!
Ingo: Dann bist du als Musiker wirklich am .…. !
Maik: Wann gibt´s endlich eine neue CD? Was habt ihr in nächster Zeit geplant? Wo kann man euch demnächst wieder live erleben?
Ingo: Wir arbeiten an einer neuen Platte. Das kann aber durchaus noch dauern. Denn gut Ding will ja Weile haben. Sehr viel Weile! Bei den heißen Temperaturen können wir uns auch nicht in den Proberaum setzen. Das würde einfach nicht gehen.
Vanessa (entrüstet): Wir mussten uns auch hier hin setzen!
Ingo (amüsiert sich köstlich!): Hör mal! Als wenn das so schlimm wär´!
Wir spielen noch einige Sommerfestivals. Die Daten kann man auf
Herr Glück: Also doch keine neue CD einspielen…?!
Ingo: Im nächsten Jahr wird sie dann rauskommen. Aber wir haben ja Zeit! Wir sind auch alte Leute! Ich werde im August auf der Bühne 30 Jahre, während wir spielen.
Maik und Vanessa (bedauernd): Oooohhhh!
Ingo: Und ich kann euch sagen: Mit 30 Jahren tut der Rücken schon mal weh!
Interviewbearbeitung: Stephan Glück